Yogalehrer Ausbildung BDY/EYU

Yogalehrerausbildungen werden heutzutage massenhaft angeboten. Die Wahl der für den Einzelnen passenden Ausbildungsschule wird durch dieses große Massenangebot nicht gerade erleichtert.

Yoga ist ein Markt geworden. Als ich damals die erste Yogaschule in Osnabrück eröffnete, war ich unsicher, ob so Etwas überhaupt gesellschaftlich angenommen und sich finanziell tragen würde. Mittlerweile ist es längst nicht mehr exotisch, zum Yoga zu gehen, es gibt inzwischen eine Vielzahl Yogaschulen mit verschiedenen Angeboten- auch Ausbildungsangeboten.

Ich selber bin damals vor Jahrzehnten quer durch Deutschland gereist (teilweise mit dickem Schwangerschaftsbauch), um die für mich selber passenden Schulen auszusuchen und habe es nicht bereut, diese Mühe auf mich zu nehmen. Damals war das Angebot an Ausbildungsschulen noch nicht so zahlreich, wie heute.Im Laufe der Jahre bin ich aufgrund meiner Erfahrungen persönlich immer wählerischer in Bezug auf meine eigenen Lehrer geworden.

Es erscheint in der Tat verlockend, zu lesen, dass man in 5 Tagen,  4 Wochen bzw. einem (halben) Jahr eine Ausbildung absolviert haben und sofort beginnen kann, mit einem Zertifikat   als Yogalehrer zu unterrichten.

Doch hier sollte man sich einige Fragen ehrlich stellen:

WARUM will ich Yogalehrer werden?

WAS habe ich bisher über Yoga erfahren, dass ich vermitteln möchte?

WAS möchte ich mit einer Ausbildung erreichen, bzw. dadurch für (über) mich selber erfahren?

Will ich hauptsächlich ein Zertifikat, oder kommt es mir darauf an, Dinge zu lernen, die mein Leben nachhaltig positiv beeinflusen und inspirieren?

Welcher Yogastil/Tradition entspricht meinem Yogaweg?

Geht es mir hauptsächlich um den gymnastischen/ therapeutischen/spirituellen Aspekt ?

Möchte ich mehr erfahren über  tiefer liegenden Potentiale, die durch Yoga geweckt und entwickelt werden können?

Welche Ausbildungsschule kommt meinen persönlichen Zielen am nahesten?

Ist mir der /die Ausbildungsleitung sympathisch- fühle ich mich gut begleitet? (Bauchgefühl!)

Hat die Ausbildungsleitung entsprechende Qualifikationen/Erfahrung? Welchen persönlichen Übungsweg (Weiterbildungen/Lehrer/ Ausrichtung) gehen meine Lehrer?

Es gilt gerade in diesen Zeiten, wo man mit Angeboten an Yogalehrer-Ausbildungen geradezu überflutet wird, für sich selber in Ruhe, ehrlich  und bewusst zu entscheiden, was man selber mit einer Ausbildung erreichen oder dadurch bekommen möchte.

 

Für ein Interessenvertiefen am Yoga, um etwas Hintergrundwissen zu erfahren können Kurzausbildungen sicherlich sinnvoll und bereichernd sein. Um damit später einen sicheren und inspirierenden Unterricht anleiten zu können und auch über Jahre hinweg Motivation aus sich selber heraus zu schöpfen, ohne Andere zu kopieren bzw. fertige Unterrichts-Bausteine zu kaufen ,muss Jede(r) für sich selber entscheiden.

Inspirierend unterrichten:

Bei einer Yogalehrerausbildung geht es meiner Meinung nach um mehr, als Menschen anzuleiten, den Arm nach oben oder das Bein zur Seite zu drehen.
Neben den didaktischen und anatomischen Grundlagen, die es braucht, um einen Yogaunterricht anleiten zu können geht es auch darum, dieses mit Achtsamkeit  zu tun und diesen Bewusstheitsfunken in den Teilnehmern zu wecken. Denn nur dann kann sich die Kraft des Yoga entfalten.
Das erfordert u.A. von den zukünftigen Lehrern, sich selber mit eigenen Baustellen, Schattenseiten und Denkmustern kennen zu lernen (ohne sich dafür zu verurteilen), da ansonsten die Gefahr gegeben ist, die eigenen Muster auf die zukünftigen Schüler zu projezieren.


Ein wie ich finde wichtiger Teil meiner Ausbildung befasst sich mit eben diesen Themen und Wege, diese Hindernisse zu beseitigen, um zur Quelle seiner eigenen Visionen für ein  inspiriertes Leben und Unterrichten zu kommen so dass die eigene innere Vision kraftvoll umgesetzt werden kann und sich die zukünftigen Schüler (oder Menschen, denen man im Alltag begegnet) angenommen fühlen und somit die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt werden kann.

YOGA LEHREN HEISST AUCH VERANTWORTLICH SEIN

Yoga zu lehren (gerade im Ashtanga Vinyasa System) hat mit Verantwortung und jahrelanger Erfahrung zu tun. Nicht umsonst sind in den Medien Stimmen laut geworden darüber, wie sehr man sich durch zu ehrgeiziges Üben und falsche Anleitungen ernsthaft verletzen kann.

Die Ausbildung zum Yogalehrer BDY Basic beinhaltet 500 Unterrichtsstunden und dauert ca. 2,5 Jahre.

Eine BDY/EYU  Ausbildung dauert ca. 4,5 Jahre und beinhaltet 800 Unterichtsstunden.

  Das erscheint zunächst  lang , aber wenn man bedenkt, dass Yoga zu unterrichten auch ein Umgang mit den Körpern, Emotionen und Seelen der Schüler ist, für mich äußerst sinnvoll.

Der BDY stellt sehr hohe Qualitätsansprüche und Anforderungen an die Ausbildungsleiter und deren Schulen.
Wir, die Ausbildungsleiter, die durch die Entscheidung, sich diesem ältesten in Deutschland existierendem Berufsverband anschliessen sind stetiger Qualitätskontrollen, Transparenz, Fortbildungen und einer bundesweiten Vernetzung durch Treffen, Arbeitsgruppen und regelmäßigem Austausch aller BDY anerkannten Ausbildungsschulen bzw. deren Leiter werden stetig dazu aufgefordert, stets aufs Neue uns selber zu hinterfragen, zu reflektieren, coachen, uns überprüfen zu lassen, gemeinsam neue Konzepte durch zu diskutieren und zu erarbeiten um diese dann in unsere Ausbildungen zu
integrieren.

Das finde ich persönlich in Anbetracht dessen, was man lehrt, die natürliche Folge davon, was einen verantwortungsvollen Umgang mit den Menschen, die sich einem anvertrauen erfordert. Der BDY ist ein lebendiger von seinen Mitgliedern aus verschiedensten Yogatraditionen gemeinsam getragener Berufsverband, der sich durch aktive Zusammenarbeit stetig weiter entwickelt. Die Toleranz und der respektvolle Umgang zwischen Yogalehrern verschiedener Yogatraditionen, die Vielfalt des Yoga unter dem Dach eines Berufsverbandes, der traditionsübergreifende Qualitätsstandards setzt und gleichzeitig der jeweiligen Ausbildungsschule und deren Ausbildungsleitern die Freiheit gibt, in ihrer eigenen Tradition die jeweiligen Schwerpunkte zu setzen und diese lebendige Zusammenarbeit ist meiner Ansicht nach einzigartig und für mich ein klares JA zu diesem Verband.

Ein grundlegendes, fundiertes Wissen über den Körper und dessen Funktionen ist m.E. für einen professionellen Unterricht unverzichtbar. Der BDY schreibt hier z. B. allein 100 Unterrichtseinheiten Anatomieunterricht vor, der von fachlich entprechend ausgebildeten Dozenten zu unterrichten ist.

Auch die quallifizierten  Dozenten haben ihr Wissen, dass sie nun an unsere Ausbildungsschüler mit Freude am Unterrichten und tiefer Erfahrung ihrerseits weiter geben, durch langjährige Aus- und Weiterbildungen und eigene Lehrerfahrung erworben.

Bei einer BDY-Ausbildung geht es auch meiner Ansicht nach um Wertschätzung von Quallität und Nachhaltigkeit und die Bereitschaft, sich für einen Lebens- und Lernweg zu entscheiden,der nicht nur als Job sondern auch als Lebensphilosophie und somit unerschöpfliche Quelle für Kraft, Lebensfreude und Inspiration  zu verstehen ist- denn das ist Yoga für mich.

YOGA-WISSEN IST WACHSENDES WISSEN

Yoga ist weitaus mehr als nur eine Alternative zum Fitneßworkout, Rehagymnastik oder Wellnesstrend. Ohne die philosophischen Hintergründe, die in einem Lehrer Wurzeln im Laufe von Jahren geschlagen haben müssen, hat solch ein Unterricht jedoch keine wirkliche Kraft, keinen Spirit. Ich persönlich habe mich bewusst für eine Ausbildung im Rahmen der BDY Richtlinien entschlossen, weil ich der Meinung bin, dass diese uralte Lehre eine tiefe Weisheit enthält, die das Leben eines jeden Menschen zum Positiven hin verändern kann, dass dieses aber auch viel Üben mit der
richtigen Einstellung und Hingabe über lange Zeiträume beinhaltet. Nur dann kann Yoga seinen Spirit, Heilung und seine eigentliche Kraft entfalten. Dieses Wissen wächst über Jahre und Jahrzehnte und mir erscheint eine 4,5-jährige Ausbildung dann, wenn man ernsthaft vor hat, sein Wissen über Yoga fundiert immer mehr zu vertiefen und zu unterrichten nur sinnvoll.